Ein Datenpaket mit angeblich mehr als zwölf Terabyte an alten Steam-Entwicklungsdateien ist im Netz aufgetaucht. Für aktive Steam-Nutzer gibt es laut den bisherigen Berichten aber Entwarnung. Passwörter, Zahlungsdaten und Kundendaten sollen nicht betroffen sein.
Spannend ist der Fund trotzdem. Das Archiv soll Material aus den Jahren 2003 bis 2013 enthalten. Darin stecken wohl Testversionen, Prototypen und gestrichene Ideen von Valve und anderen Studios. Gerade weil viele dieser Spiele damals deutlich kleinere Dateien hatten, kann die riesige Datenmenge sehr viele einzelne Projekte umfassen.
Was hinter dem Steam2 Teraleak steckt
Das Paket wird als „Steam2 Teraleak“ bezeichnet. Berichten zufolge stammt es von einem alten Endpunkt der früheren Steam2-Struktur. Dieser soll öffentlich erreichbar gewesen sein und keinen Passwortschutz gebraucht haben.
Ein klassischer Angriff auf Nutzerkonten wäre das also offenbar nicht. Das ist der wichtigste Punkt für alle, die Steam heute verwenden. Der Leak betrifft nach aktuellem Stand Entwickler- und Spieldateien, keine privaten Kontoinfos.
Das Material endet offenbar Anfang 2013. Zu diesem Zeitpunkt stellte Valve sein Content-System auf SteamPipe um. Deshalb handelt es sich nicht um aktuelle Projekte, sondern um ein großes Stück Entwicklungsarchiv aus der damaligen Steam-Zeit.
Valve hat sich bisher nicht selbst dazu geäußert. Die Echtheit des Archivs wird jedoch von bekannten Dataminern und mehreren Berichten gestützt, darunter auch von VGC.
Alte Builds zeigen, wie anders Spiele einmal waren
Für Fans sind vor allem die frühen Versionen bekannter Spiele interessant. So soll ein spielbarer Portal-2-Test-Build von 2009 gefunden worden sein. In dieser Fassung führt nicht Wheatley durch die ersten Testkammern. Stattdessen übernimmt GLaDOS diese Rolle über vorbereitete Tonbänder.
Auch bei anderen Valve-Spielen tauchen offenbar frühe Ansätze auf. Genannt werden Alpha-Versionen des späteren Left 4 Dead, das damals noch als Mod namens „Terror Strike“ auf Basis von Counter-Strike: Condition Zero existierte. Außerdem wurden Hinweise auf Half-Life 2: Episode 3 entdeckt, darunter Modelle für eine Waffe namens Weaponizer.
Das ist mehr als nur eine Liste alter Dateien. Solche Builds können zeigen, wann Ideen geändert wurden und welche Mechaniken nie im fertigen Spiel landeten. Gerade bei Portal 2 ist der Unterschied leicht zu verstehen: Eine andere Führung durch die Testkammern hätte auch den Ton des Spiels verändert.
Die Auswertung dürfte noch lange dauern
Im Archiv sollen nicht nur Valve-Dateien liegen. Erste Funde betreffen laut Berichten auch frühe Versionen von Spielen wie Batman: Arkham Asylum, Dragon Age: Origins, Mirror’s Edge, Spore und Vampire: The Masquerade – Bloodlines.
Viele Details sind noch offen. Dataminer durchsuchen das Material erst seit Kurzem. Weitere Videos, verworfene Inhalte und technische Teststände könnten deshalb noch Wochen oder Monate auftauchen.
Für Spieler heißt das vor allem: Die nächsten Funde sind kein Hinweis auf neue Ankündigungen oder Comebacks. Sie erzählen eher, wie bekannte Spiele auf dem Weg zur Veröffentlichung ausgesehen haben. Und genau das macht dieses Archiv für Fans von Valve und älteren PC-Spielen so interessant.