CD Projekt Red will The Witcher 3: Wild Hunt nicht nur optisch auffrischen. Die angekündigte Remastered-Version soll vor allem an Stellen ansetzen, die sich im ursprünglichen Rollenspiel inzwischen älter anfühlen: bei der Erkundung, Geralts Bewegungen und den Kämpfen.
Das Studio nennt die Überarbeitung intern beinahe eine „2.0“-Version. Gemeint ist damit offenbar ein ähnlich großer Eingriff wie beim Update 2.0 für Cyberpunk 2077, nicht bloß eine Sammlung kleiner Verbesserungen. The Witcher 3 Remastered erscheint am 29. September 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC. Wer The Witcher 3: Wild Hunt besitzt, soll das Remaster kostenlos erhalten.
Der Kampf soll mehr Entscheidungen verlangen
Associate Game Director Paweł Sasko erklärte, dass das Gameplay zu den Punkten gehörte, die Spieler und Presse am häufigsten kritisiert hätten. Besonders die Steuerung von Geralt, die Erkundung und fehlende Finisher-Angriffe seien Themen gewesen. Genau dort setzt das Team nun an.
Für Fans ist das wichtiger als eine reine technische Auffrischung. The Witcher 3 lebt zwar stark von seiner Welt und seinen Geschichten, aber man verbringt eben auch viele Stunden damit, Geralt durch Wälder, Städte und Kämpfe zu führen. Wenn Bewegungen direkter reagieren und Kämpfe mehr Möglichkeiten bieten, kann sich auch ein bekanntes Abenteuer deutlich anders spielen.
Sasko nennt außerdem Änderungen an den Fähigkeiten. Im Basisspiel hätten sich verschiedene Builds zu oft dieselben passiven Fertigkeiten geteilt. Das Remaster soll mehr aktive Fähigkeiten hinzufügen. Im Kampf sollen Entscheidungen dadurch sofort sichtbarer werden, etwa durch neue Bewegungen und Kombinationen zwischen Fähigkeiten.
Das klingt nach einer klaren Richtung: Weg von einem Geralt, dessen Fortschritt vor allem über Werte und dauerhafte Boni läuft, hin zu mehr Aktionen, die man selbst im richtigen Moment einsetzen muss. Wie groß dieser Umbau am Ende wirklich ausfällt, lässt sich noch nicht sagen. Die Aussagen zeigen aber, dass CD Projekt Red nicht nur Menüs und Technik nachbessern will.
Eine Kette ergänzt Geralts Waffen
Neu ist auch eine Kettenwaffe. Sie ist keine völlig freie Erfindung für das Remaster, denn sie wurde bereits mehrfach in den Büchern von Andrzej Sapkowski erwähnt. Auch im CGI-Intro des ersten The-Witcher-Spiels griff Geralt zu einer Kette.
Welche Rolle sie genau im Kampfsystem übernimmt, wurde noch nicht erklärt. Offen ist also, ob sie eine reguläre Alternative zu den bekannten Waffen wird oder eher bestimmte Gegner und Situationen abdeckt. Zusammen mit den neuen aktiven Fähigkeiten passt sie aber zu dem Plan, Kämpfe abwechslungsreicher zu machen.
Die Änderungen entstehen laut Sasko auch aus Erfahrungen, die das Team bei Cyberpunk 2077 gesammelt hat. Für das dortige Update 2.0 wurden Kernsysteme und die Bedienung stark überarbeitet. Bei The Witcher 3 nutzt CD Projekt Red nun ähnliche Designprinzipien, obwohl beide Spiele auf unterschiedlichen Versionen der hauseigenen Engine entstanden sind.
Was zum kostenlosen Remaster gehört
The Witcher 3 Remastered enthält die Erweiterungen Hearts of Stone und Blood and Wine. Besitzer des Grundspiels sollen diese Erweiterungen ebenfalls ohne zusätzliche Kosten herunterladen können. Damit bleibt die Neuauflage für bestehende Spieler ein kostenloses Update und keine neue Komplettausgabe, die erneut gekauft werden muss.
Bei der Gamescom zeigte CD Projekt Red außerdem einen neuen Trailer zu Songs of the Past. Diese dritte Erweiterung ist nicht Teil des Remasters und soll erst 2027 erscheinen. Für Spieler sind das zwei getrennte Dinge: Im September 2026 kommt die große Überarbeitung des vorhandenen Spiels, während neue Inhalte erst später folgen.
Der interessanteste Punkt am Remaster bleibt deshalb nicht die Frage, wie The Witcher 3 aussehen wird. Entscheidend ist, ob sich Geralt im Alltag besser steuert und die neuen Fähigkeiten Kämpfe wirklich verändern. Genau daran muss sich diese „Witcher 3 2.0“ messen lassen.