The Witcher 4 soll nach aktuellem Stand erst 2028 erscheinen. CD Projekt RED erklärt die lange Entwicklungszeit vor allem mit der Geschichte: Entscheidungen sollen nicht nur kurz spannend sein, sondern Folgen haben, die Spieler noch länger beschäftigen.
Das ist die wichtigste Aussage von Joint-CEO Adam Badowski. Bei einem Auftritt auf dem International Festival of Comics and Games in Lodz sprach er darüber, wie stark die Erzählung die Produktion beeinflusst. Für Fans ist das vor allem ein Hinweis darauf, worauf das Studio beim nächsten großen Teil der Reihe offenbar besonders viel Zeit verwendet.
Entscheidungen sollen nicht einfach verpuffen
Badowski zufolge überarbeitet das Team Szenen, Quests und Dialoge immer wieder. Das passiert dann, wenn sich eine Situation noch nicht emotional stark genug anfühlt. Es geht also nicht nur darum, möglichst viele Auswahlmöglichkeiten in Gespräche zu packen. Die Folgen dieser Auswahl sollen einen Unterschied machen und im Gedächtnis bleiben.
Gerade bei einem Rollenspiel ist das ein hoher Anspruch. Eine Entscheidung wirkt erst dann wirklich wichtig, wenn das Spiel später noch darauf zurückkommt. Vielleicht verändert sie eine Quest, vielleicht das Verhältnis zu einer Figur oder einfach die Art, wie man auf eine frühere Szene zurückblickt. Welche Form diese Konsequenzen in The Witcher 4 genau annehmen, hat Badowski nicht verraten. Bestätigt ist nur das Ziel, dass sie bei Spielern einen bleibenden Eindruck hinterlassen sollen.
Dass dafür Dialoge und Questabläufe neu geschrieben werden, erklärt zumindest, warum ein fester Veröffentlichungstermin noch weit weg ist. Das Studio will laut Badowski nicht schnell auf aktuelle Trends reagieren. Stattdessen soll die Handlung von Beginn bis Ende ein zentraler Teil der Entwicklung sein.
Der Kampf bleibt mit The Witcher 3 verbunden
Bei vielen anderen Fragen hielt sich Badowski zurück. Zum Kampfsystem gab es aber eine klare Richtung: Es soll eine direkte Weiterentwicklung des Systems aus The Witcher 3 werden.
Das bedeutet nicht automatisch, dass jeder Kampf genauso abläuft wie im Vorgänger. Die Aussage zeigt aber, dass CD Projekt RED nicht bei null anfängt. Für Fans von The Witcher 3 ist das relevant, weil der neue Teil beim Kämpfen offenbar an bekannte Grundlagen anknüpfen will, statt einen komplett anderen Weg einzuschlagen.
Auch technisch setzt das Studio auf eine neue Basis. The Witcher 4 entsteht nicht mehr mit der hauseigenen REDengine, sondern mit Unreal Engine 5. Badowski verbindet den Wechsel vor allem mit einer lebendigeren Welt und einem flüssigeren Entwicklungsprozess. Wie groß der Unterschied im fertigen Spiel tatsächlich ausfällt, lässt sich daraus noch nicht ablesen. Dafür fehlen bislang Spielszenen und genauere Angaben zu den Systemen der offenen Welt.
Ein zweites Remake bleibt nur eine Möglichkeit
Neben The Witcher 4 kam noch ein anderes Thema auf: die älteren Serienteile. Fool’s Theory arbeitet bereits an einem Remake des ersten The Witcher. Badowski erwähnte außerdem, dass Jakub Rokosz, der verantwortliche Game Director bei Fool’s Theory, The Witcher 2: Assassins of Kings besonders mag.
Das ist keine Ankündigung für ein Remake von The Witcher 2. Badowski hat aber angedeutet, dass die Idee nicht ausgeschlossen ist. Mehr gibt es dazu derzeit nicht.
Für The Witcher 4 bleibt damit vor allem die Richtung klar: Das Spiel soll sich beim Kampf an The Witcher 3 orientieren, technisch auf Unreal Engine 5 setzen und viel Zeit in Entscheidungen mit spürbaren Folgen investieren. Ob dieser Anspruch am Ende aufgeht, kann man noch nicht beurteilen. Bis zum erwarteten Jahr 2028 dürfte CD Projekt RED aber noch viele Details offenlassen.