Konsolen sind teurer geworden. Das bremst den Markt gerade spürbar aus. Trotzdem hält Unity-Chef Matthew Bromberg die Sorge vor einem dauerhaften Ende der Konsolen für zu früh.
Sein wichtigster Punkt: Das Interesse an Spielen sei nicht verschwunden. Für Spieler ist das eine wichtige Unterscheidung. Hohe Hardwarepreise können den Kauf einer neuen Konsole verschieben. Sie bedeuten aber nicht automatisch, dass weniger Menschen spielen wollen.
Der Preis ist das Problem, nicht das Interesse an Spielen
PS5 sowie Xbox Series X/S wurden in den vergangenen Jahren mehrfach teurer. Auch Nintendo hat den Preis der Switch 2 im Mai wegen gestiegener Produktionskosten angehoben. Gleichzeitig gibt es Engpässe bei Speicherkomponenten.
Dadurch wird der Einstieg in eine neue Konsolengeneration schwieriger. Besonders deutlich wäre das, falls kommende Geräte tatsächlich bis zu 1.000 US-Dollar kosten sollten. Das ist bislang keine bestätigte Preisangabe, sondern eine Befürchtung von Experten.
Bromberg sieht den Kostendruck als vorübergehende Phase. Er erwartet zusätzliche Fertigungsstätten in den nächsten Jahren. Das könnte Engpässe bei Speicherlösungen verringern und Preise wieder sinken lassen.
Ob das wirklich so kommt, bleibt offen. Für die aktuelle Lage zählt erst einmal etwas Einfacheres: Viele Spieler müssen bei einer Konsole stärker aufs Geld achten als früher.
Große Spiele können den Kauf wieder wichtiger machen
Bromberg rechnet damit, dass besonders große Neuerscheinungen weiterhin Leute zu Konsolen bringen. Als Beispiel nennt er GTA 6. Analysten erwarten, dass das Spiel zu den größten Veröffentlichungen der kommenden Jahre gehören wird.
Das klingt logisch: Ein Spiel, das viele unbedingt spielen möchten, kann den Kauf einer Konsole wieder interessanter machen. Aber es löst das Preisproblem nicht komplett. Wer für neue Hardware viel bezahlen muss, wird genauer überlegen, ob ein einzelnes Spiel reicht.
Dazu kommt ein weiteres Thema, das Bromberg anspricht. Ältere Konsolenspieler würden derzeit nicht im gleichen Maß durch jüngere Spieler ersetzt. Die Branche müsse also Spiele entwickeln, die neue Generationen ansprechen.
Der Unity-Chef setzt dabei auf größere und aufwendigere Spiele. Außerdem erwartet er sinkende Entwicklungskosten und bessere Möglichkeiten für unabhängige Teams. Das sind klare Zukunftsprognosen, keine Garantie.
Die nächsten Jahre werden deshalb vor allem zeigen, was stärker wirkt: die Lust auf große neue Spiele oder die Hürde durch immer teurere Hardware. GTA 6 könnte dabei ein wichtiger Test für den Konsolenmarkt werden.