Wenn man bei Prügelspielen nur an die großen Namen denkt, landet man schnell bei Street Fighter 6 oder Tekken 8. Die werden 2026 sicher weiter wichtig bleiben. Spannender finde ich aber, was daneben auf PS5 passiert: Gleich mehrere angekündigte Fighting-Games wirken nicht wie derselbe Bauplan mit anderer Verpackung.
Das ist der Punkt, der 2026 für mich interessant macht. Nicht jedes neue Spiel versucht, einfach das nächste klassische 1-gegen-1-Duell zu werden. Einige setzen auf Teams, andere auf bekannte Anime- oder Comicfiguren, wieder andere auf Free-to-Play oder Crossplay. Das heißt nicht automatisch, dass am Ende jedes dieser Spiele gut wird. Aber es könnte dafür sorgen, dass Prügelspiel-Fans auf PS5 viel mehr Auswahl bekommen als nur „welches Spiel hat die saubersten Kombos?“.
Nicht jedes Spiel sucht denselben Kampf
Bei 2XKO sieht man den Unterschied direkt. Das Spiel von Riot Games wurde schon 2019 noch als Project L angekündigt und ist ein Free-to-Play-Prügelspiel im League-of-Legends-Universum. Einen Story-Modus gibt es laut den Angaben nicht. Dafür steht der Kampf selbst im Mittelpunkt: 2-gegen-2-Tag-Kämpfe mit Figuren wie Warwick, Vi, Jinx, Ekko oder Ahri.
Spannend ist daran nicht nur, dass zwei Charaktere pro Team kämpfen. Du kannst beide alleine steuern oder dich mit einem weiteren Mitspieler zusammentun. Das verändert schon auf dem Papier, wie man über ein Match nachdenkt. Es geht nicht nur darum, eine Figur zu lernen, sondern auch darum, wie zwei Kämpfer zusammenpassen und wie gut der Wechsel im Team funktioniert.
Ganz anders klingt Avatar Legends: The Fighting Game. Hier sprechen die Entwickler von klassischen 1-gegen-1-Duellen, insgesamt 12 wählbaren Charakteren und einem Kampfsystem, das sowohl Profis als auch Neulinge ansprechen soll. Dazu kommt Crossplay-Unterstützung. Gerade dieser Mix ist wichtig, weil ein Fighting-Game nicht nur starke Spieler anlocken muss. Es muss auch Leute abholen, die vielleicht wegen Aang, Korra oder Zuko reinschauen und nicht sofort an Trainingsmodus und Frame-Daten denken.
Dann gibt es noch die Teamspiele, die größer denken. My Hero Academia: All’s Justice setzt auf 3-gegen-3-Kämpfe im Stil eines 3D-Arena-Fighters. Invincible VS geht ebenfalls in Richtung 3-gegen-3-Tag-Prügelspiel. MARVEL Tōkon: Fighting Souls legt sogar noch einen drauf und lässt Teams aus vier Charakteren antreten. Allein diese Spanne zeigt, wie unterschiedlich 2026 werden könnte: vom klaren Einzelduell bis zum großen Figurenwechsel mit Spezialattacken und Teamkombos.
Bekannte Figuren können mehr sein als Fanservice
Viele der angekündigten Spiele bauen auf bekannten Marken auf. Das kann schnell billig wirken, wenn nur ein Logo auf ein normales Prügelspiel geklebt wird. Hier sehe ich aber zumindest die Chance, dass die Vorlagen wirklich beeinflussen, wie die Spiele funktionieren.
Bei My Hero Academia: All’s Justice geht es um die Ereignisse der finalen achten Staffel der Anime-Serie. Dazu soll ein neues Original-Szenario kommen. Für Fans ist das nicht egal, weil sie nicht nur ein loses Figurenpaket bekommen, sondern noch einmal mit Izuku, Bakugo und anderen Helden gegen Schurken wie Shigaraki kämpfen sollen. Neben der Story sind auch Online-Matches und ein Heldenalltag abseits der Kämpfe genannt. Wie groß oder wichtig dieser Teil am Ende wird, wissen wir aus den Angaben nicht. Aber es zeigt, dass das Spiel mehr vorhat als nur Arena an, Gegner rein, Kampf vorbei.
Invincible VS geht einen ähnlichen Weg, aber mit einer anderen Stimmung. Das Spiel erzählt eine Original-Story um Mark Grayson, der als Sohn von Omni-Man selbst zum Superhelden werden will. Dazu kommen Figuren wie Atom Eve, Battle Beast und Thula. Neben Story-Modus sind auch Arcade, Training, lokaler Mehrspieler und Online-Multiplayer angekündigt. Gerade bei Invincible passt ein 3-gegen-3-Tag-System auf dem Papier gut, weil die Vorlage viele starke Figuren hat, die aufeinanderprallen können.
Bei MARVEL Tōkon: Fighting Souls ist die Story-Frage noch offen. Klar ist aber, dass Arc System Works auf die Marvel-Comics-Historie zurückgreift und Teams aus vier Figuren erlaubt. Das Studio ist durch Dragon Ball FighterZ im Fighting-Game-Bereich kein unbekannter Name. Trotzdem sollte man hier vorsichtig bleiben: Ein bekannter Name und große Spezialattacken machen noch kein gutes Spiel. Aber die Idee, Marvel-Figuren in einem schnellen Team-Prügler zu verbinden, klingt deutlich anders als ein normaler Lizenzableger.
Vielfalt hilft auch Spielern, die sonst draußen bleiben
Fighting-Games können hart sein. Oft fühlt es sich so an, als müsste man erst sehr viel lernen, bevor ein Match wirklich Spaß macht. Deshalb ist es gut, wenn 2026 mehrere Spiele unterschiedliche Einstiege bieten.
2XKO könnte durch Free-to-Play leichter ausprobiert werden, ohne dass man direkt einen Kauf einplanen muss. Avatar Legends will ausdrücklich auch Genre-Neulinge ansprechen. My Hero Academia und Invincible bringen Story-Modi mit, also etwas, das Spieler auch dann motivieren kann, wenn sie nicht sofort online verlieren wollen. MARVEL Tōkon setzt mit vier Figuren pro Team eher auf großes Spektakel und Kombos, was für Zuschauer und Fans der Comics interessant sein kann.
Das heißt nicht, dass jedes Spiel automatisch leicht wird. Ein Tag-System kann sogar komplizierter sein als ein normales Duell, weil Wechsel, Teamaufbau und Spezialangriffe dazukommen. Aber die Spiele geben verschiedenen Gruppen einen Grund, überhaupt reinzuschauen. Der eine kommt wegen League of Legends, die andere wegen Avatar, jemand anderes wegen Marvel oder My Hero Academia. Wenn dann das Kampfsystem trägt, kann daraus mehr werden als ein kurzer Lizenz-Hype.
Die offene Frage ist nicht nur, wer gewinnt
Für PS5-Spieler ist 2026 deshalb spannend, weil nicht ein einzelnes Prügelspiel alles entscheiden muss. Es gibt mehrere Richtungen gleichzeitig: 2XKO ohne Story-Modus, aber mit Teamfokus und bekannten LoL-Figuren. My Hero Academia mit finalem Anime-Stoff und 3D-Arena-Kämpfen. Invincible VS mit Original-Story und mehreren Modi. Avatar Legends mit 1-gegen-1-Duellen, 12 Figuren und Crossplay. MARVEL Tōkon mit Vierer-Teams und Marvel-Comics als Grundlage.
Genau diese Mischung macht den Jahrgang interessant. Prügelspiele leben zwar am Ende immer davon, ob sich Treffer, Blocks, Wechsel und Spezialangriffe gut anfühlen. Aber schon vor dem Release sieht man: 2026 wird auf PS5 wohl kein Jahr, in dem alle nur demselben Muster hinterherlaufen. Wenn auch nur ein Teil dieser Spiele seine eigenen Ideen sauber umsetzt, könnte das Genre für deutlich mehr Spieler spannend werden als sonst.