Evil Empire hat für Castlevania: Belmont’s Curse offenbar nicht einfach nur einen hohen Schwierigkeitsgrad geplant. Eine frühe Fassung des Spiels war deutlich langsamer und setzte viel stärker auf schwere, wuchtige Kämpfe. Das Team verwarf diesen Ansatz aber wieder, weil er sich für sie nicht mehr nach Castlevania anfühlte.
Ben Laulan von Evil Empire erklärte, dass die Entwickler mehrere Versionen ausprobierten. Die langsame Variante sollte Kämpfe noch härter machen, ging dem Team aber zu weit. Sie war laut Laulan zu intensiv, zu schwierig und vor allem zu langsam für die Reihe.
Nicht nur kämpfen, sondern das Schloss erkunden
Spannend ist, woran das Studio seine Entscheidung festgemacht hat: Castlevania soll nicht nur aus harten Duellen bestehen. Die Erkundung muss ebenfalls genug Platz bekommen.
Als Evil Empire das Tempo anschließend deutlich erhöhte, entstand das gegenteilige Problem. Das Spiel erinnerte dadurch zu stark an Dead Cells, an dessen Castlevania-Erweiterung das Studio zuvor gearbeitet hatte. Schnelles Vorankommen und Kämpfen standen dann zu sehr im Vordergrund, während die Suche nach Wegen und Geheimnissen weniger wichtig wurde.
Für ein Metroidvania ist das ein entscheidender Punkt. Wenn das Tempo zu hoch ist, bleibt weniger Raum, um eine neue Abzweigung zu entdecken oder einen Bereich genauer abzusuchen. Wird alles dagegen zu langsam und jeder Kampf extrem schwer, kann das Erkunden schnell zur Pause zwischen langen Hürden werden.
Der Mittelweg soll das Spiel tragen
Am Ende entschied sich Evil Empire laut Laulan für ein gemäßigteres Tempo. Die Kämpfe sollen weiterhin fordernd sein, ohne dass das ganze Spiel zu einem besonders langsamen Actionspiel wird. Gleichzeitig soll die Steuerung modern und direkt bleiben.
Das klingt nach einer klaren Aufgabe für Belmont’s Curse: Es will die Spieler fordern, darf dabei aber nicht vergessen, warum eine verwinkelte Castlevania-Welt Spaß machen kann. Wer vor allem sehr harte, langsame Kämpfe wie in der frühen Fassung erwartet hat, bekommt diese Version also nicht. Stattdessen setzt das fertige Spiel auf den Wechsel aus Kämpfen und Erkundung.
Castlevania: Belmont’s Curse ist inzwischen unter anderem für PS5 erhältlich. Weitere Hintergründe zur Entwicklung stehen im vollständigen Interview mit Evil Empire.