Ein ernster bärtiger Mann in Rüstung aus Dragon Age: The Veilguard vor blauen magischen Umrissen und Fantasy-Architektur.
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Warum Dragon Age laut Mark Darrah zu wenig Zeit hatte

Von Sven 3 Min. Lesezeit

Ein BioWare-Veteran sieht Zeitdruck als großes Problem bei Dragon Age: The Veilguard. Verschobene Termine hätten dem Team laut ihm nie genug Raum für größere Änderungen gegeben.

Mark Darrah, früher leitender Entwickler der Dragon-Age-Reihe, sieht einen wichtigen Grund für die Probleme von Dragon Age: The Veilguard im Zeitdruck während der Entwicklung. In einem neuen Video beschreibt er vor allem einen fehlenden Abstand zu den jeweiligen Veröffentlichungsterminen.

Electronic Arts hatte bereits wenige Monate nach dem Release erklärt, dass das Rollenspiel die eigenen Ziele nicht erreicht habe. Danach folgten bei BioWare Sparmaßnahmen und Entlassungen. Darrahs Aussagen liefern keine endgültige Erklärung für den Misserfolg, zeigen aber, warum ein großer Entwicklungsplan auf dem Papier schnell zum Problem werden kann.

Verschobene Termine schufen laut Darrah keine echte Pause

Darrahs Punkt ist nicht einfach, dass sich The Veilguard verspätet hat. Er sagt vielmehr, dass die Termine immer nur schrittweise nach hinten rückten. Das Team arbeitete also weiter sehr nah an dem Datum, das gerade als Release geplant war.

Das ist wichtig, weil ein großes Rollenspiel nicht nur mehr Zeit zum Fertigstellen braucht. Das Team braucht auch Zeit, um schwierige Entscheidungen noch einmal zu prüfen. Wenn ein System nicht gut genug zusammenpasst oder ein Bereich grundlegend überarbeitet werden müsste, reicht es nicht, ein paar Wochen später abzuliefern.

Nach Darrahs Darstellung fehlte genau dieser Abstand. Es habe keinen Zeitpunkt gegeben, an dem das Projekt weit genug vom Release entfernt war, um Dinge zurückzuholen und mit neuer Sicht zu überarbeiten. Statt großer Änderungen blieb offenbar vor allem Zeit für das, was direkt vor dem nächsten Termin nötig war.

Auch die Führung war nicht dauerhaft beim Projekt

Dazu kam laut Darrah ein Problem bei der Leitung. The Veilguard sei von 2017 bis 2019 zeitweise ohne die oberste Führungsebene entwickelt worden. Darrah selbst arbeitete in dieser Phase an Anthem.

Für Spieler wirkt so etwas erst einmal weit weg. Bei einem Projekt dieser Größe kann es aber viel verändern, wenn wichtige Entscheidungen lange nicht von derselben Ebene begleitet werden. Gerade dann wird es schwieriger, rechtzeitig festzustellen, welche Teile eines Spiels noch tiefgreifende Änderungen brauchen.

Darrah verbindet das mit einer sehr ambitionierten Planung: BioWare sollte nach seiner Schilderung ab 2013 mehrere Spiele in einem jährlichen Rhythmus veröffentlichen, darunter Dragon Age: Inquisition, Mass Effect: Andromeda, Anthem und später The Veilguard. Für ein Studio, das große Rollenspiele entwickelt, war dieser Plan offenbar kaum durchzuhalten.

Was Fans aus den Aussagen mitnehmen können

Die Aussagen machen vor allem klar, dass eine Verschiebung allein noch keine Rettung ist. Entscheidend ist, ob sie einem Team genug Zeit gibt, Probleme wirklich anzugehen. Kleine Terminverschiebungen können den Druck zwar verschieben, aber sie schaffen nicht automatisch Raum für einen Neustart bei wichtigen Entscheidungen.

BioWare arbeitet inzwischen am nächsten Mass Effect. Laut den vorliegenden Informationen wird dieser Teil noch einige Jahre brauchen. Nach Darrahs Kritik klingt das zumindest nachvollziehbar: Für ein großes Rollenspiel ist nicht nur ein später Termin wichtig, sondern auch genug Zeit vor diesem Termin.

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