David Jaffe hat genauer erklärt, warum der Held des ersten God of War nicht Dominus, sondern Kratos heißt. Der ursprüngliche Name fiel nicht etwa nach einer großen Story-Diskussion weg, sondern weil sich im Team immer mehr Pizzawitze daran festbissen. Am Ende kam der entscheidende Vorschlag aus dem Marketing.
Die kleine Entwicklungsanekdote ist mehr als eine kuriose Randnotiz. Sie zeigt, wie früh selbst bei einer Figur mit klarer Funktion vieles noch offen sein kann. Dominus sollte Stärke und Dominanz ausstrahlen. Doch ein Name muss nicht nur auf dem Papier passend wirken. Er muss auch im Alltag eines Teams funktionieren, ohne bei jeder Erwähnung eine falsche Assoziation auszulösen.
Von Dominus zu Kratos
Jaffe, Director der ursprünglichen God of War-Trilogie, hatte Dominus zunächst selbst gut gefunden. Im Santa Monica Studio verbanden mehrere Mitarbeitende den Namen allerdings sofort mit Domino’s Pizza. Daraus wurden wiederkehrende Sprüche über Lieferzeiten und einen vermeintlichen Besuch an der Tür.
Irgendwann war für das Team offenbar klar, dass Dominus nicht mehr zu retten war. Wenn ein Arbeitsname ständig unfreiwillig komisch klingt, kann das seine Wirkung verlieren, selbst wenn seine Bedeutung eigentlich passt. Gerade bei einer Figur, die als kämpferischer Mittelpunkt des Spiels gedacht ist, wäre das ein unnötiger Ballast gewesen.
Für die neue Suche wurde im Studio eine lange Liste altgriechischer Babynamen ausgedruckt. Jaffe markierte mit einem gelben Textmarker mehrere Favoriten, darunter Julius, Parthenius und Maksym. Rückblickend fand er diese Auswahl selbst nicht besonders überzeugend. Kratos stand zwar ebenfalls auf der Liste, erhielt damals aber keine Markierung.
Der Name kam schließlich von Susan Panico, der damaligen Marketing-Leiterin. Ihr Vorschlag überzeugte das Team sofort und blieb. Dass ausgerechnet der spätere Name schon auf der Liste vorhanden war, aber zunächst übersehen wurde, macht die Geschichte fast noch passender: Die Lösung war da, nur nicht dort, wo die Entwickler zuerst gesucht hatten.
Warum der Name besser zur Figur passt
Kratos trägt auch eine Verbindung zur griechischen Sagenwelt in sich. Dort steht Kratos für Kraft und Macht und wird als Sohn des Titanen Pallas und der Flussgöttin Styx beschrieben. Er tritt unter anderem als Helfer von Zeus bei der Fesselung des Prometheus auf.
Damit erfüllt Kratos im Kern genau das, was Jaffe ursprünglich mit Dominus ausdrücken wollte. Der Unterschied liegt in der Wirkung: Kratos klingt nicht nur hart und kurz, sondern verankert die Figur direkt in der Mythologie, aus der das erste Spiel seine Welt und viele seiner Konflikte nimmt.
Das erklärt nicht allein, warum die Reihe erfolgreich wurde. Jaffe selbst betont, dass bei Spielen auch Glück, Timing und Marketing eine Rolle spielen. Trotzdem ist der Fall ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig solche Entscheidungen sein können. Ein Name wird oft zuerst wahrgenommen, lange bevor Spieler erfahren, wer eine Figur ist oder welche Geschichte hinter ihr steckt.
Die Reihe geht in zwei Richtungen weiter
Die Namensgeschichte blickt weit zurück zum ersten God of War, das 2005 für die PS2 erschien. Für die Zukunft sind laut den vorliegenden Angaben gleich zwei Projekte relevant.
Mit God of War: Laufey soll die Reihe im Februar 2027 auf PS5 weitergehen. Dieses Mal steht eine Protagonistin im Mittelpunkt. Zusätzlich hat Cory Barlog, Head of Creative bei Santa Monica Studio, ein weiteres noch unbenanntes God of War bestätigt. Dort soll Kratos wieder die Hauptrolle übernehmen.
Für Fans heißt das: Kratos bleibt zwar Teil der Zukunft der Reihe, aber nicht jeder nächste Schritt soll sich nur um ihn drehen. Die Geschichte um Dominus erinnert dabei daran, dass selbst eine heute fest mit PlayStation verbundene Figur einmal nur ein Name auf einem Entwicklungsdokument war.