Ein Reiter auf einem sich aufbäumenden Pferd vor einer verschneiten Berglandschaft in The Elder Scrolls.
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Warum The Elder Scrolls kein New-Vegas-Spin-off bekam

Von Sven 3 Min. Lesezeit

Warum bekam The Elder Scrolls kein New-Vegas-Spin-off? Ein ehemaliger Bethesda-Entwickler nennt die Sorge vor Vergleichen als wichtigen Grund.

Ein Spin-off von The Elder Scrolls im Stil von Fallout: New Vegas war bei Bethesda offenbar nie nur eine offene Idee, die am Aufwand gescheitert ist. Laut dem früheren Bethesda-Entwickler Kurt Kuhlmann wollte Todd Howard vor allem vermeiden, dass ein externes Studio mit der eigenen Fantasy-Reihe verglichen wird.

Das erklärt auch, warum Bethesda die lange Zeit zwischen den großen Einzelspieler-Rollenspielen anders überbrückt hat: mit The Elder Scrolls Online statt mit einem separaten Abenteuer eines anderen Teams. The Elder Scrolls 6 befindet sich weiterhin in Entwicklung, ein neues Einzelspieler-Spiel der Reihe gibt es aber noch nicht.

New Vegas war für Bethesda offenbar eine Warnung

Fallout: New Vegas wurde von Obsidian entwickelt und gilt für viele Fans bis heute als besonders starker Teil der Reihe. Genau diese Begeisterung hatte laut Kuhlmann aber auch eine unangenehme Seite für Bethesda. In der Community entstanden dauernd Vergleiche: Wer macht die besseren Fallout-Spiele, Bethesda oder Obsidian?

Kuhlmann beschrieb, dass manche Fans nach New Vegas sogar wollten, Obsidian solle die komplette Marke übernehmen. Bei Fallout war diese Diskussion möglich, weil Bethesda die Reihe erst 2004 übernommen hatte und sie schon vorher von anderen Teams geprägt worden war.

Bei The Elder Scrolls sieht das anders aus. Die Reihe ist viel enger mit Bethesda selbst verbunden. Wenn ein externes Team dort ein sehr beliebtes Spin-off gemacht hätte, hätte dieselbe Diskussion schnell entstehen können. Nicht nur über ein einzelnes Spiel, sondern darüber, welches Studio künftig die Welt von Tamriel entwickeln sollte.

ESO hält die Welt aktiv, ohne die Hauptreihe abzugeben

Statt ein anderes Studio an einem großen Einzelspieler-Ableger arbeiten zu lassen, setzte Bethesda auf The Elder Scrolls Online. Das Online-Rollenspiel hält die Marke sichtbar und gibt Spielern weiter neue Geschichten in dieser Welt, ohne dass Bethesda die Verantwortung für ein klassisches Einzelspieler-Rollenspiel aus der Hand geben muss.

Kuhlmann meint, ESO habe dadurch etwas Druck von der Reihe genommen. Das klingt plausibel: Wer Tamriel weiter erleben möchte, hat mit dem Online-Spiel eine andere Möglichkeit, während Bethesda an einem neuen Hauptteil arbeitet.

Natürlich ersetzt das für viele Fans kein neues Skyrim-ähnliches Abenteuer. Gerade deshalb wirkt die Idee eines Spin-offs von einem anderen Studio auf den ersten Blick so spannend. Kuhlmanns Aussagen zeigen aber, dass Bethesda darin offenbar nicht nur eine Chance gesehen hat. Für Todd Howard stand wohl auch die Kontrolle darüber auf dem Spiel, wie eng The Elder Scrolls weiter mit Bethesda verbunden bleibt.

Ob sich diese Haltung irgendwann ändert, bleibt offen. Dass Obsidian inzwischen ebenfalls unter Bethesda arbeitet und an einem neuen Fallout-Projekt arbeitet, macht die alte New Vegas-Debatte jedenfalls nicht kleiner.

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