Ein Cowboy mit Hut und brauner Jacke reitet auf einem Pferd durch eine staubige Westernstadt mit Holzhäusern.
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Was Red Dead Redemption 2 Rockstar für GTA 6 gelehrt hat

Von Ramona 3 Min. Lesezeit

Rockstar hatte Angst, dass ein einzelner Hauptcharakter nach GTA 5 zu langweilig wirken könnte. Jetzt erklärt Rob Nelson, was Arthur Morgan für GTA 6 verändert hat.

Red Dead Redemption 2 sollte nach GTA 5 ausgerechnet einen Schritt zurückgehen: Statt drei spielbarer Hauptfiguren stand Arthur Morgan allein im Mittelpunkt. Bei Rockstar North war das offenbar bis kurz vor der Veröffentlichung ein echtes Risiko. Co-Leiter Rob Nelson berichtete, dass das Team befürchtete, Spieler könnten den Wechsel von mehreren Protagonisten zu einer einzelnen Figur als zu langweilig empfinden.

Rückblickend ist diese Sorge bemerkenswert, denn Red Dead Redemption 2 verkaufte sich seit seinem Start 2018 mehr als 85 Millionen Mal. Wichtiger als diese Zahl ist aber, was Nelson über die Entwicklung verrät: Rockstar wollte nicht einfach beweisen, dass auch eine einzelne Hauptfigur genügt. Das Studio wollte Arthur genug Zeit geben, damit seine Geschichte und seine Entscheidungen für Spieler Bedeutung bekommen.

Warum Arthur Morgan nicht nur eine Figur unter vielen sein sollte

Nach GTA 5 lag die Frage nahe, ob Rockstar wieder zwischen mehreren Mitgliedern einer Gruppe wechseln lassen würde. Nelson zufolge gab es damals tatsächlich Spekulationen darüber, ob Spieler in Red Dead Redemption 2 andere Gangmitglieder steuern können. GTA 5 hatte seine drei Hauptfiguren stark miteinander verbunden, gab jeder von ihnen aber eine eigene Persönlichkeit und Geschichte.

Red Dead Redemption 2 setzte bewusst auf einen anderen Weg. Arthurs Geschichte sollte nicht durch schnelle Wechsel zwischen mehreren Perspektiven getragen werden. Stattdessen konnte das Spiel tiefer bei einer Figur bleiben. Nelson erklärte, dass genau dieser Raum für Arthurs Entwicklung im Nachhinein entscheidend gewesen sei.

Dazu kommen Entscheidungen der Spieler, die Arthurs Geschichte verändern können. Das ist laut Nelson ein Teil des Konzepts, der Rockstar lange beschäftigt hat. Gemeint ist also nicht nur eine große offene Welt, sondern die Frage, wie sich Handlungen in dieser Welt auf die Bindung zu einer Figur auswirken können.

GTA 6 will mehrere Figuren anders nutzen

Diese Erfahrung fließt laut Nelson auch in GTA 6 ein. Rockstar wollte die Tiefe der Welt aus Red Dead Redemption 2 übernehmen und Spielern mehr Möglichkeiten geben, sinnvoll mit ihr zu interagieren. Gleichzeitig sollte die emotionale Verbindung entstehen, die viele Spieler zu Arthur aufgebaut haben.

Das ist spannend, weil Rockstar bei GTA 6 weiter mit mehreren Protagonisten arbeiten möchte. Der Ansatz aus GTA 5 wird also nicht einfach verworfen. Stattdessen experimentierte das Team laut Nelson mit verschiedenen Ideen, um mehrere spielbare Figuren mit einer stärkeren persönlichen Bindung zu verbinden.

Wie genau das im fertigen Spiel aussieht, sagt das Interview nicht. Bestätigt ist nur die Richtung: GTA 6 soll offenbar nicht allein von den Möglichkeiten eines Figurenwechsels leben. Rockstar sucht zugleich nach einer Geschichte, bei der Spieler die Hauptfiguren ähnlich intensiv begleiten können wie Arthur Morgan.

Für Fans von Red Dead Redemption 2 ist das eine interessante Aussage. Sie zeigt, dass Rockstar die ruhigere, stärker auf eine Figur konzentrierte Erzählweise nicht als Ausnahme betrachtet. Teile davon sollen nun in ein Spiel einfließen, das wieder mehrere Hauptcharaktere hat. GTA 6 soll im November erscheinen.

Eine neue Konsolenfassung bleibt weiter offen

Während Rockstar über GTA 6 spricht, gibt es weiterhin keine offizielle Ankündigung für eine native Version von Red Dead Redemption 2 auf PS5 und Xbox Series. Gerüchte über eine Fassung mit 60 Bildern pro Sekunde halten sich schon länger.

Der Insider NateTheHate geht jedoch davon aus, dass eine mögliche Veröffentlichung noch dauern könnte. Als Grund nennt er den Fokus von Rockstar auf die Fertigstellung und den Release von GTA 6. Das bleibt eine Einschätzung von außen, nicht eine Bestätigung des Studios.

Wer auf eine technisch angepasste Konsolenversion von Red Dead Redemption 2 wartet, hat damit weiter keinen festen Termin. Die Aussagen von Nelson liefern vor allem einen anderen Grund, wieder auf Arthur Morgans Geschichte zu schauen: Sie scheint für Rockstars nächstes großes Spiel wichtiger zu sein, als der Wechsel zu GTA zunächst vermuten lässt.

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