Marvel’s Wolverine ist in Japan mit 20.039 verkauften physischen PS5-Exemplaren in seiner ersten Handelswoche auf Platz fünf der Famitsu-Charts gestartet. Für ein Spiel dieser Größe ist das ein zurückhaltender Auftakt, vor allem neben Insomniacs früheren Marvel-Spielen. Als Urteil über den weltweiten Erfolg taugt die Zahl aber nur begrenzt: Sie beschreibt den japanischen Einzelhandel, nicht sämtliche digitalen Verkäufe oder andere Märkte.
Das Spiel erschien am 15. September 2026 exklusiv für PS5. Die nun erfasste Woche vom 14. bis 20. September enthält damit den Marktstart, bildet aber eben nur einen klar abgegrenzten Teil des Gesamtgeschäfts ab. Gerade bei einer großen Lizenz lohnt es sich, die Zahlen nicht vorschnell zu einer einzigen Erfolgsmeldung oder Niederlage zu verdichten.
Der Abstand zu Spider-Man ist deutlich
Die Famitsu-Charts führen Marvel’s Wolverine mit 20.039 Verkäufen auf Rang fünf. Der Vergleich mit den vorherigen Insomniac-Spielen im Marvel-Universum fällt klar aus: Marvel’s Spider-Man verkaufte sich zum Start in Japan 125.154 Mal auf PS4, Marvel’s Spider-Man 2 erreichte 77.348 physische Exemplare auf PS5. Marvel’s Spider-Man: Miles Morales kam über PS5 und PS4 zusammen auf 41.522 Verkäufe.
Wolverine liegt damit selbst unter Miles Morales und deutlich unter dem PS5-exklusiven Spider-Man 2. Das ist eine auffällige Abweichung, weil der Vergleich nicht nur zwei beliebte Comicfiguren betrifft, sondern Spiele desselben Studios unter derselben Marke.
Trotzdem sind die Reihen nicht völlig gleich zu behandeln. Spider-Man und Wolverine sprechen mit ihrer Ausrichtung nicht automatisch dieselben Spieler an. Logans Abenteuer wird als deutlich brutaler beschrieben und trägt eine höhere Altersfreigabe. Dazu kommt, dass Spider-Man in Japan offenbar einen anderen Bekanntheitsgrad besitzt. Die Startzahl zeigt also vor allem: Der Name Insomniac allein sorgt nicht dafür, dass jede Marvel-Figur dieselbe Nachfrage entwickelt.
Eine starke Woche für japanische Reihen
Auch die direkte Konkurrenz erklärt, warum Platz fünf nicht einfach als isolierter Rückschlag gelesen werden sollte. An der Spitze der Woche stand Fire Emblem: Fortune’s Weave für Nintendo Switch 2 mit 127.131 Verkäufen. Trails in the Sky 2nd Chapter belegte mit seiner Switch-2-Version Rang zwei und erschien zusätzlich für PS5, wo es ebenfalls noch vor Wolverine lag.
Dazwischen platzierte sich Rhythm Heaven Groove auf Nintendo Switch. Die Liste zeigt damit ein Wochenbild, das vor allem von Reihen geprägt wurde, die auf dem japanischen Markt besonders fest verankert sind. Wolverine hatte es nicht nur mit einem einzelnen großen Neustart zu tun, sondern mit mehreren Titeln, die unterschiedliche Spielertypen abholen.
Dass ein westliches Actionspiel in so einer Woche nicht die Spitze erreicht, beantwortet nicht die Frage, wie es sich über Monate entwickeln wird. Es macht aber sichtbar, wie stark regionale Vorlieben und der Veröffentlichungszeitraum einen Start beeinflussen können. Verkaufscharts messen schließlich keine allgemeine Qualität, sondern konkrete Käufe in einem bestimmten Markt und Zeitraum.
Weltweit ergibt sich ein anderes Bild
Außerhalb Japans sieht die Ausgangslage laut den vorliegenden Schätzungen anders aus. Demnach wurden weltweit in den ersten drei Tagen mehr als 1,9 Millionen Exemplare verkauft, wobei digitale Verkäufe eingeschlossen sind. Im britischen Einzelhandel soll das Spiel außerdem den drittbesten Verkaufsstart des Jahres erreicht haben.
Diese Angaben lassen sich nicht direkt neben die Famitsu-Zahl stellen. Die japanische Zahl betrifft ausschließlich physische Verkäufe im Einzelhandel, während die weltweite Schätzung weitere Vertriebswege und Märkte umfasst. Wer nur auf die 20.039 Exemplare blickt, unterschätzt daher den Unterschied zwischen einer regionalen Handelswoche und der gesamten Nachfrage.
Für Marvel’s Wolverine bleiben die Zahlen aus Japan dennoch wichtig. Sie zeigen, dass die Figur dort bisher nicht an die Startkraft von Spider-Man herankommt. Ob sich das mit längerer Verfügbarkeit, dem Weihnachtsgeschäft oder weiteren Marvel-Veröffentlichungen verändert, ist offen. Sicher ist vorerst nur: Global kann das Spiel solide laufen, während es in Japan einen wesentlich schwierigeren Start erlebt.