Xbox Series X mit eingelegter Spiel-Disc auf dunklem Hintergrund und einem Hinweis zum Disc-to-Digital-Programm
News

Xbox Disc-to-Digital startet mit großen Lücken

Von Alex 2 Min. Lesezeit

Xbox-Discs können nach einer Prüfung digital nutzbar werden. Doch Spiele mehrerer großer Publisher lassen sich im aktuellen Test nicht freischalten.

Microsofts Disc-to-Digital-Funktion für Xbox ist Ende August in die Testphase gestartet. Sie soll nach einer Prüfung der eingelegten Disc eine digitale Lizenz bereitstellen. Dadurch kann das Spiel später ohne Datenträger im Laufwerk genutzt werden. Erste Berichte zeigen aber eine wichtige Grenze: Mehrere große Publisher unterstützen das System derzeit offenbar nicht.

Besonders auffällig sind Ubisoft und Square Enix. Bei getesteten Spielen dieser Unternehmen erscheint keine Freischaltung, sondern der Hinweis, dass der Titel nicht an der digitalen Lizenzierung teilnimmt. Gerade für Spieler mit vielen Discs macht das den aktuellen Test deutlich weniger nützlich.

Welche Spiele derzeit nicht freigeschaltet werden

Die gemeldeten Fälle betreffen mehrere bekannte Reihen. Bei Square Enix funktionierte die Umwandlung unter anderem mit Just Cause 3 und Just Cause 4 nicht. Auch Shadow of the Tomb Raider sowie Rise of the Tomb Raider blieben ohne digitale Lizenz.

Ähnliche Probleme wurden bei Ubisoft-Spielen festgestellt. Dazu zählen Assassin’s Creed Odyssey und Watch Dogs Legion. Auch die beiden getesteten Serienteile Far Cry 5 und Far Cry 4 ließen sich nicht umwandeln.

Berichte aus der Xbox-Community nennen außerdem Sega, Atlus und Bandai Namco als Unternehmen, deren Spiele bislang offenbar ebenfalls nicht teilnehmen. Das bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Titel dieser Publisher dauerhaft ausgeschlossen bleiben. Die Funktion wird noch getestet, und Microsoft hat weitere unterstützte Spiele und Partner angekündigt.

Ohne breite Unterstützung bleibt der Nutzen begrenzt

Die Idee hinter dem Programm ist praktisch: Eine geprüfte Disc kann auch auf Geräten ohne passendes Laufwerk genutzt werden. Das betrifft etwa Handhelds und das Spielen über die Cloud. Außerdem könnte die Funktion für eine mögliche spätere Xbox ohne Disc-Laufwerk wichtig werden.

Dass die Technik grundsätzlich auch ungewöhnliche Fälle abdecken kann, zeigen andere Tests. Selbst ältere Spiele, die nicht mehr im Xbox Store angeboten werden oder zuvor nie digital erhältlich waren, konnten teilweise umgewandelt werden. Als Beispiel wird Deadpool genannt.

Warum einzelne Publisher aktuell fehlen, ist nicht bestätigt. Ubisoft und Square Enix haben sich dazu bislang nicht offiziell geäußert. Vermutungen über mögliche Interessen an eigenen Abos bleiben deshalb Spekulation.

Für Disc-Sammler zählt am Ende vor allem, wie viele ihrer Spiele wirklich unterstützt werden. Der Test zeigt bisher beides: Microsofts System kann physische Käufe flexibler machen, ist ohne die Zustimmung wichtiger Publisher aber noch keine verlässliche Lösung für eine ganze Sammlung.

Weiter im Gespräch

Drei Stimmen. Ein gemeinsamer Spielstand.

REDEN WIR
ÜBER GAMES.

News mit Kontext, Tests mit Haltung und Geschichten aus ganz unterschiedlichen Spielwelten.

Alle Artikel