Bei Xbox stehen weitere Veränderungen im Raum. Microsoft hat neue Entlassungen von etwas mehr als 260 Beschäftigten in der Xbox-Sparte bestätigt und strukturiert seine Studios um. Gleichzeitig berichtet Journalist Tom Warren von Unruhe bei Teams, die an großen Xbox-Spielen arbeiten.
Für Spieler ist dabei vor allem eine Frage wichtig: Was passiert mit dem Xbox Game Pass, wenn Microsoft künftig weniger eigene Studios und damit möglicherweise weniger große Veröffentlichungen hat?
Sorgen bei Studios mit großen Projekten
Zur aktuellen Umstrukturierung gehört laut den vorliegenden Angaben, dass Turn 10 und Playground Games zusammengelegt werden. Außerdem wechselt die Marke Halo zu Activision. Zuvor hatte Microsoft bereits rund 1.600 Stellen abgebaut und angekündigt, sich von mehreren Studios zu trennen.
Warren schreibt in seinem Notepad-Newsletter, dass Mitarbeiter bei The Coalition und inXile Entertainment weitere Entlassungen befürchten. Die beiden Teams arbeiten an Gears of War: E-Day und Clockwork Revolution. Laut Warren habe es bei The Coalition in dieser Woche bereits Stellenstreichungen gegeben.
Das ist noch keine Ankündigung weiterer Kürzungen bei beiden Studios. Die Sorge kommt aus Gesprächen mit Mitarbeitern und ist deshalb keine bestätigte Planung von Microsoft. Trotzdem zeigt sie, wie unsicher die Lage für Teams sein kann, obwohl sie an wichtigen Xbox-exklusiven Spielen arbeiten.
Der Game Pass steht offenbar wieder zur Diskussion
Warren nennt auch einen Streitpunkt, der laut seinen Quellen schon länger zwischen Studios und der Xbox-Führung besteht: Eigene Spiele erscheinen normalerweise direkt zum Start im Game Pass. Das ist für Abonnenten praktisch. Wenn du den Dienst nutzt, musst du für einen neuen Titel nicht zwingend noch einmal den Vollpreis zahlen.
Für die Studios kann diese Strategie aber schwierig sein. Ein Spiel im Abo kann weniger Einzelverkäufe bedeuten. Gleichzeitig lässt sich offenbar nicht immer klar messen, ob ein großer Starttitel genug neue Abonnenten bringt, um diesen Verlust auszugleichen. Als Beispiel verweist Warren auf frühere Berichte, nach denen Call of Duty im Game Pass Microsoft mehr als 300 Millionen US-Dollar Umsatz gekostet haben könnte.
Microsoft hat diese Zahl nicht selbst bestätigt. Sie zeigt aber, warum die Frage nach Day-One-Spielen im Abo intern so wichtig sein soll.
Mögliche neue Stufen, aber keine Bestätigung
Nach den Trennungen von Studios wie Undead Labs, Ninja Theory und Double Fine Productions könnte Microsoft weniger eigene Spiele gleichzeitig für den Dienst einplanen können. Warren hält es deshalb für möglich, dass das Game-Pass-Modell angepasst wird.
Im Gespräch sind verschiedene Abo-Stufen, darunter Varianten mit Werbung. Auch Pakete für Cloud-Gaming und Familien sollen möglich sein. Besonders wichtig wäre eine Änderung beim Zugriff auf neue Spiele: Berichten zufolge könnten manche Stufen keine Titel mehr direkt am Veröffentlichungstag enthalten. Beim Premium-Abo wurde dieser Zugang bereits entfernt.
Microsoft hat sich zu diesen möglichen neuen Game-Pass-Stufen bisher nicht geäußert. Bestätigt sind die Entlassungen und die Umstrukturierung. Wie stark sich das Abo für Spieler wirklich verändert, ist dagegen noch offen.