Ein Dorfbewohner aus Minecraft Legends steht auf einer sonnigen Wiese mit Gras und weißen Blumen.
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118.000 Dollar für YouTube-Werbung: Vater berichtet von Kostenfalle

Von Alex 3 Min. Lesezeit

Ein neunjähriger Gaming-YouTuber soll Werbeanzeigen für seinen Kanal geschaltet haben. Die Rechnung lag laut seinem Vater bei 118.000 US-Dollar.

Ein neunjähriger Betreiber eines kleinen Gaming-Kanals soll Werbeanzeigen im Wert von 118.000 US-Dollar geschaltet haben. Bezahlt wurde laut seinem Vater David Sarkisyan mit dessen Firmenkreditkarte. Der Fall zeigt vor allem, wie schnell ein gespeichertes Zahlungsmittel und ein Werbekonto ohne Limit zusammen zu einer riesigen Rechnung werden können.

Sarkisyan schilderte die Geschichte in einem Video für den Kanal seines Sohnes „Mighty Mike Plays“. Ob er die Summe zurückzahlen muss und welche Folgen der Vorgang für seinen Job hat, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden.

Ein kleiner Werbetest wurde zur teuren Vorlage

Mike hatte laut seinem Vater mit acht Jahren angefangen, Videos zu Minecraft und Roblox hochzuladen. Das Setup war einfach: Gameplay von der PS5 und Kommentare über ein Headset. Die ersten Aufrufe waren überschaubar, aber der Junge wollte regelmäßig weitermachen.

Der Vater wollte offenbar helfen und schaltete für rund 20 US-Dollar Werbung für ein Video. Dabei erklärte er seinem Sohn, wie man Budget und Zuschauerkreis auswählt. Genau das wurde später zum Problem: Die Kartendaten blieben im Konto hinterlegt, und das Werbekonto hatte offenbar keine Obergrenze.

Schon vorher war die Firmenkarte beim Kauf von Robux in einem Konto gespeichert worden. Mike soll danach selbst größere Werbekampagnen erstellt haben. Die naheliegende Idee dahinter: Mehr Geld bringt mehr Aufrufe. Für ein Kind kann das am Bildschirm schnell wie eine Zahl in einem Spiel wirken. In Wirklichkeit lief jede Buchung über eine Firmenkarte.

Drei Wochen und eine Rechnung über 118.000 Dollar

Sarkisyan erfuhr laut eigener Aussage erst in einem Gespräch mit seinem Manager sowie Leuten aus Finanzabteilung und Konzernzentrale von den Ausgaben. Dort wurde ihm eine Übersicht für die vergangenen drei Wochen vorgelegt. Die Summe: 118.000 US-Dollar.

Er sagt selbst, dass die Verantwortung bei ihm liege. Er hätte eine separate Karte nutzen, Kartendaten entfernen oder ein Ausgabenlimit setzen müssen. Gleichzeitig kündigte er Konsequenzen für seinen Sohn an, etwa weniger Zeit mit iPad und PlayStation.

Was die Werbung tatsächlich gebracht hat, lässt sich aus den genannten Zahlen nicht genau ablesen. Der Kanal hat inzwischen mehr als 40.000 Abonnenten und insgesamt rund 1,14 Millionen Aufrufe. Allerdings entfallen 420.000 davon auf das Video des Vaters über den Vorfall. Wie die Kampagnen genau eingestellt waren und wie viele Aufrufe direkt durch die Werbung kamen, ist nicht bekannt.

Was Eltern aus dem Fall mitnehmen können

Die Geschichte ist extrem, aber der Fehler dahinter ist ziemlich klar: Ein gespeichertes Zahlungsmittel reicht schon, damit aus einem kleinen Test größere Ausgaben werden können. Gerade wenn Kinder Videos, Spiele oder Werbung ausprobieren, sollten Karten nicht dauerhaft in den Konten bleiben.

Mindestens genauso wichtig sind Ausgabenlimits und getrennte Zahlungswege. Der Fall dreht sich nicht darum, dass ein Kind unbedingt absichtlich eine sechsstellige Summe ausgeben wollte. Er zeigt eher, dass Plattformen und Werbekonten Beträge sehr schnell abbuchen können, wenn Erwachsene die Einstellungen nicht vorher absichern.

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