Die neue Preview zu Onimusha: Way of the Sword macht vor allem eines deutlich: Die Demo war offenbar nur ein sehr direkter Einstieg in ein Spiel, das seine Kämpfe später deutlich stärker mit Fortschritt, unterschiedlichen Gebieten und kleineren Aufgaben verbindet.
Musashi beginnt nach dem Duell mit Sasaki Ganryu seine weitere Reise durch den Kiyomizu-Tempel und gelangt anschließend in eine fremde Welt. Dort kommen neue Figuren, drei Bosskämpfe und zusätzliche Oni-Waffen hinzu. Das gezeigte Material reicht noch nicht für ein Urteil über das ganze Abenteuer, verschiebt aber den Eindruck: Way of the Sword scheint mehr zu sein als eine Reihe gut aussehender Schwertduelle.
Die Demo zeigte Musashi schon sehr stark
Wer die kostenlose Demo gespielt hat, konnte schnell den Eindruck gewinnen, dass Musashi schon früh erstaunlich viele Möglichkeiten besitzt. Genau das hatte auch Folgen für den Schwierigkeitsgrad. Selbst die höhere verfügbare Stufe wirkte für viele wohl zu leicht.
In der Preview-Fassung sieht die Ausgangslage anders aus. Einige Fähigkeiten stehen nicht von Anfang an bereit, sondern müssen erst verdient werden. Dazu gehört auch das Parieren. Musashi startet also eingeschränkter und verlangt damit eher, dass man sich auf Ausweichen, Positionierung und die vorhandenen Angriffe konzentriert.
Das passt zu den neuen Gegnern, die im gezeigten Abschnitt auftreten. Schildträger lassen sich nicht einfach mit Musashis Schwert durchbrechen. Treffen sie mit Bogenschützen und Schwertkämpfern zusammen, wird aus einer kleinen Gruppe schnell ein Problem, das man nicht nur mit Draufhauen lösen kann. Gerade hier dürfte der langsamere Aufbau von Fähigkeiten sinnvoll sein: Neue Techniken sind dann nicht bloß zusätzliche Effekte, sondern verändern, wie sicher sich Musashi in solchen Situationen behaupten kann.
An Schreinen lassen sich Verbesserungen mit roten Seelen kaufen. Das System teilt sie in Ausrüstung, Grundfähigkeiten und Spezialfähigkeiten ein. Wie weit dieser Ausbau im fertigen Spiel reicht und ob die Entscheidungen wirklich verschiedenartige Spielweisen fördern, bleibt noch offen. Die Vorschau zeigt aber, dass Capcom den Kampf nicht komplett fertig an die Hand geben will.
Wucht allein trägt die Bosskämpfe nicht
Die Bosskämpfe sind weiterhin der klarste Teil des gezeigten Spiels. Ein menschenfressender Genma dient zunächst als vergleichsweise einfacher Einstieg, während die späteren Gegner mehr Druck machen. Besonders der sechsarmige Genma zwingt Musashi offenbar zu Aufmerksamkeit: Er wirft Felsen und kleinere Gebäude, kann ihn packen und verspottet ihn während des Kampfes.
Das klingt nach großen Angriffen, doch die wichtigen Unterschiede liegen im Umgang damit. Die Kämpfe sollen sich schwer und direkt anfühlen, ohne dass Musashi nur auf einzelne Angriffe wartet. Gegen mehrere Feinde kommt außerdem eine taktischere Seite zum Vorschein. Wer angreift, muss also offenbar auch darauf achten, aus welcher Richtung die nächste Gefahr kommt.
Zwei weitere Oni-Waffen ergänzen das Schwert. Der Oni-Bogen wird nicht nur im Kampf eingesetzt, sondern öffnet in einem Abschnitt auch Wege. Die Naginata ermöglicht eine Wirbelattacke. Solche Waffen können helfen, die Kämpfe gegen Gruppen abwechslungsreicher zu machen. Entscheidend wird allerdings sein, ob das Spiel sie später regelmäßig sinnvoll einbindet oder ob sie eher kurze Spezialmomente bleiben.
Kleine Umwege machen die Welt größer
Am überraschendsten ist vielleicht, dass die Preview nicht nur enge Kampfabschnitte zeigt. In einer Stadt lässt sich ein Bereich relativ frei erkunden. Ein Open-World-Spiel wird Onimusha: Way of the Sword deshalb nicht, doch offenbar gibt es zumindest weitläufigere Orte zwischen den klar geführten Abschnitten.
Zwei kleine Nebenaufgaben geben einen ersten Hinweis darauf, was dort passieren könnte. In einem farbenfrohen Schrein müssen verschleppte Statuen zurückgebracht werden. Daneben gibt es einfache Rätsel, bei denen der Oni-Bogen zum Öffnen eines Durchgangs gebraucht wird. Das ist noch kein Beweis für besonders tiefgehende Nebeninhalte. Es zeigt aber, dass die Welt nicht ausschließlich als Kulisse für den nächsten Boss gedacht ist.
Auch der Trainingsmodus passt dazu. Er führt Musashi in eine alternative Dimension, in der bereits besiegte Bosse erneut herausgefordert werden können. Als Belohnung gibt es neue Outfits. Für Spielerinnen und Spieler, die einzelne Kämpfe besser verstehen oder einfach noch einmal gegen einen starken Gegner antreten wollen, könnte das ein sinnvoller Zusatz sein.
Bei Geschichte und Nebenaufgaben fehlen noch Antworten
Die bisher gezeigten Szenen liefern neue Informationen über Musashi und seinen Kampf gegen die Genma, lassen die eigentliche Geschichte aber bewusst offen. Das muss für eine Vorschau kein Nachteil sein. Gerade bei einem Reboot mit eigenständiger Handlung ist es besser, wenn der spätere Verlauf nicht schon vor dem Start erklärt wird.
Offen bleibt eher, wie viel die optionalen Aufgaben abseits der Hauptwege tragen werden. Die wenigen gezeigten Beispiele sorgen für Abwechslung, aber ihre Qualität und Vielfalt kann ein kurzer Ausschnitt nicht klären.
Für den Moment wirkt Onimusha: Way of the Sword härter als die Demo und zugleich größer, weil Musashi seine Möglichkeiten erst aufbauen muss und die Spielwelt kleine Abstecher zulässt. Wenn die späteren Gebiete, Aufgaben und Bosskämpfe diese Richtung weiterführen, könnte das Reboot die Schwertkämpfe mit mehr Struktur verbinden, statt sie nur immer spektakulärer werden zu lassen.